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Kluge Lösungen für den Weinbau der Zukunft

Interview mit Stephan Orlemann und Martin Hepp, Geschäftsführer der Klug GmbH

In Zeiten des Klimawandels steht der Weinbau vor großen Herausforderungen. Um diese zu meistern, braucht es starke Partner, die den Winzer in allen Belangen unterstützen und begleiten. Ein solcher Partner ist die Klug GmbH, deren Leistungsspektrum längst über den klassischen Kellereibedarf hinausgeht. Mit dem Vertriebsspezialisten und Weinexperten Stephan Orlemann hat das Unternehmen zum 1. Mai 2021 seine Geschäftsführung verstärkt, um die strategische Ausrichtung vom reinen Produktlieferanten hin zum umfassenden Lösungsanbieter weiter voranzutreiben. Gemeinsam mit seinem Geschäftsführerkollegen Martin Hepp (CEO) spricht Stephan Orlemann über die Digitalisierung im Weinbau, die Bedürfnisse moderner Winzer, innovative Produktideen in Zusammenarbeit mit der Forschung und die Vision vom „schlüsselfertigen Weinberg“.

 

Herr Orlemann, Sie sind nicht nur ein erfahrener Manager, sondern auch ausgebildeter Winzer und studierter Önologe. Ein Winzer im Business-Anzug – wie passt das zusammen? Kann man die Liebe zum Weinbau auch in einem Bürojob wie Ihrem leben?

Stephan Orlemann: Tatsächlich lasse ich – nicht erst in Zeiten des Homeoffice – den Anzug meistens im Schrank. Die Liebe zum Weinbau hingegen habe ich im Blut. Egal wo auf der Welt ich gerade bin – wenn ich eine Weinrebe sehe, schlägt mein Herz höher! Die Landwirtschaft begleitet mich auch in meiner Freizeit: Mein Hobby und Nebenerwerb ist der Obstbau. Dieses „Leben im Einklang mit den Jahreszeiten“ erdet mich persönlich und gibt mir viel Kraft und Inspiration für meinen Job. Denn auch wenn ich nicht mehr selbst in den Reben oder im Keller stehe - meine Liebe zum Weinbau lebe ich nach wie vor: nämlich indem ich mit unserem Unternehmen Produkte und Lösungen entwickle, die Weinbauern helfen, die aktuellen Herausforderungen in Ihrer täglichen Arbeit besser zu meistern.

 

Welche Herausforderungen sind das denn konkret?

Stephan Orlemann: Eine der größten Herausforderungen ist der Klimawandel. Durch die Erderwärmung verschieben sich zunehmend die Klimazonen, was sich stark auf den Weinbau auswirkt. Von der Auswahl der richtigen Rebsorten bis hin zu intelligenten Bewässerungssystemen – es gibt viele Themen, mit denen sich moderne Winzer heute auseinandersetzen müssen, um effizient und auch ökologisch nachhaltig wirtschaften zu können.

Martin Hepp: Darüber hinaus nehmen die regulatorischen Anforderungen an die Winzer immer mehr zu. Die staatlichen Verordnungen unternehmerisch zu begleiten, die wichtigsten Fragen für den Winzer zu klären, Alternativen aufzuzeigen und aktiv Lobbyarbeit für den deutschen Weinbau zu betreiben, um so das „Kulturgut Wein“ zu schützen und zu bewahren, sehen wir als unsere wichtigsten Aufgaben an.

 

Inwieweit kann Ihr Unternehmen dabei tatsächlich den Weinbauern vor Ort unterstützen?

Martin Hepp: In vielerlei Hinsicht! Wir sind längst nicht mehr nur „der Flaschen-Klug“, als der wir früher wahrgenommen wurden. Zwar ist Neuglas sowie sämtlicher Kellerei-Bedarf nach wie einer unserer wichtigsten Geschäftsbereiche – wir bieten aber inzwischen vieles darüber hinaus. Wir begleiten den Winzer bei allen Planungs- und Produktionsschritten.  Dazu gehören heute moderne Technologien, von der Technik-Dienstleistung bis zur IT-Lösung, genauso wie die Oenologie.

Stephan Orlemann: Wir arbeiten eng mit Forschungseinrichtungen und Universitäten, wie der Hochschule Geisenheim, wo ich selbst studiert habe, oder dem Weincampus Neustadt zusammen. Mit dem Weinlabor Klug unterhalten wir außerdem eines der größten Weinlabore in privatwirtschaftlicher Hand, das auch über eine amtliche Zulassung verfügt. Durch den engen Austausch mit Forschung und Lehre sind wir immer am Puls aktueller und neu entstehender Trends – und dadurch bestenfalls immer einen Schritt voraus!

 

Welches sind denn diese neuen Trends?

Stephan Orlemann: Ökologie und Nachhaltigkeit sind ganz wichtige Themen. Da geht es einmal um den Bereich Weinanbau, das heißt also Pflanzenschutz mittels biologischer Produkte und biotechnischer Verfahren, zum Beispiel durch Einsatz von Nützlingen wie Raubmilben, nachhaltige Bodenbewirtschaftung mittels Humusaufbau, umweltfreundliche Bewässerungssysteme etc. Aber auch um den Bereich Kellerwirtschaft und Vermarktung. Denn was man nicht vergessen darf: Auch das Glas-Recycling ist ein Energiefresser! Einen bio-veganen Wein im mittleren oder oberen Preissegment in eine billigst produzierte Flasche abzufüllen, ist im Sinne der Nachhaltigkeit ein völliger Widerspruch. Es macht einfach einen Riesen-Unterschied, WIE so eine Weinflasche hergestellt wird, mit welchem Energieaufwand, unter Verwendung welcher Energiequellen etc. Hier beraten wir unsere Kunden und können auch gleichzeitig entsprechende Produkte liefern, die zu ihrem jeweiligen Anspruch, Unternehmen und der Vermarktungsstrategie passen.

Martin Hepp: In vielen Bereichen gibt es inzwischen digitale Lösungen und smarte Technologien, die die Weinproduktion enorm erleichtern. Das geht von der Forschung über drohnenkontrollierte Weinberg-Überwachung bis hin zu anderen vernetzten Produkten und Anwendungen – je nachdem, was der jeweilige Betrieb konkret benötigt. In ca. zwei Jahren werden wir soweit sein, dass wir sogar einen komplett „schlüsselfertigen Weinberg“ anbieten können.

 

„Schlüsselfertiger Weinberg“ – was darf man sich darunter vorstellen?

Stephan Orlemann: Im Prinzip heißt das: Der Kunde stellt uns sein Gelände zur Verfügung und ab dem Zeitpunkt übernehmen wir! Von der Bodenanalyse mit Düngeempfehlung über die Kartographierung des Geländes, Planung des Weinbergs oder -gartens, Anlage von Bewässerungssystemen und Unterstützungsvorrichtungen, wie Pfählen, Ankern, Drähten bis hin zur Beratung bezüglich geeigneter Rebsorten – wir können alles aus einer Hand liefern und den Weinberg quasi „schlüsselfertig“ übergeben!

Martin Hepp: Und auch danach geht es mit uns weiter: Von der Kellerei- und Lagertechnik über Weinflaschen und Verschlüsse bis hin zu den Kartons für Transport – wir begleiten den Kunden wirklich bis zum fertigen Wein! Das können wir leisten, weil die Klug GmbH als einziges Unternehmen am Markt ein Komplettsortiment und spezialisierte Mitarbeiter für jeden Bereich hat. Denn uns geht es nicht darum, unserem Kunden einfach nur ein bestimmtes Produkt zu verkaufen, sondern wir wollen ihm ein Rundum-Sorglos-Paket bieten, das auf seine individuellen Bedürfnisse abgestimmt ist.

 

Inwiefern hilft Ihnen dabei der enge Kontakt zur Forschung und Lehre?

Stephan Orlemann: Die enge Kooperation mit den Universitäten und Forschungseinrichtungen und die Einbeziehung unseres eigenen Labors ist die Basis unserer Arbeit. Denn genau dort wird heute schon an Lösungen gearbeitet, die wir morgen in innovativen Produkten umsetzen und unseren Kunden dadurch einen echten Mehrwert bieten.

Martin Hepp: Um das mal an einem konkreten Beispiel zu verdeutlichen: Seit Jahren setzen sich Schraubverschlüsse bei Weinflaschen immer mehr durch. Diese bestehen in der Regel aus Aluminium und sind innen mit einer abdichtenden, dünnen Scheibe aus Kunststoff ausgekleidet. Diese Schraubverschlüsse sind zwar die praktischste und beste Art, eine Weinflasche zu verschließen, aber sicher nicht die nachhaltigste – Stichwort Verpackungsmüll und Mikroplastik. Es gibt aber derzeit keine vernünftige und umweltfreundliche Verschluss-Alternative! Und genau daran arbeiten wir aktuell in Kooperation mit einem mehrfach innovationsprämierten Unternehmen sowie der Hochschule Geisenheim. Konkret geht es darum, die Scheibe im Schraubverschluss durch eine Holz-Einlage zu ersetzen. Bei ersten Praxistests in ausgewählten Weinbaubetrieben hat dieser neue Verschluss bereits hervorragend abgeschnitten. Er hält nicht nur wunderbar dicht, sondern die Holzschicht wirkt sich sogar positiv auf die Wein-Reifung aus: Der Wein wird durch diesen Verschluss schneller trinkreif und runder im Geschmack!

 

Dass immer mehr wissenschaftliche Erkenntnisse bei der Produktentwicklung eine Rolle spielen, hängt sicher auch damit zusammen, dass sich das Berufsbild des Winzers zunehmend wandelt. Was zeichnet die Winzerinnen und Winzer aus, die aktuell in den Startlöchern stehen? Welche Bedürfnisse haben sie?

Martin Hepp: Aus meiner Sicht gibt es drei Typen von Winzern: Einerseits die traditionellen Weinbauern, die klassische Landwirtschaft betreiben und nach herkömmlichen Methoden keltern. Dem gegenüber stehen die „jungen Wilden“, die viel ausprobieren und alles anders machen wollen. Und dann gibt es noch eine dritte Gruppe, die immer mehr im Kommen ist: Das sind junge, hervorragend ausgebildete Winzerinnen und Winzer, die die Wurzeln ihres Berufsstandes kennen und schätzen, aber gleichzeitig offen sind für Innovationen. Sie sind bestrebt ihren Weinbaubetrieb nach unternehmerischen Gesichtspunkten auszurichten und setzen dabei auf moderne Produkte und Technologien.

Stephan Orlemann: Diese Winzer-Generation hat natürlich zu Recht den Anspruch nicht mehr Tag und Nacht im Weinberg oder Keller zu stehen, sondern sucht nach Lösungen, die ihre tägliche Arbeit erleichtern. Durch unsere Produkte und unsere Unterstützung verschaffen wir ihnen Zeit und Raum, sich auf andere Bereiche zu konzentrieren. Denn diese modernen Winzer haben längst erkannt: Der „Inhaber als Botschafter“ und die „Story hinter der Marke“ gewinnen immer mehr an Bedeutung. Technische Innovationen nutzen, dadurch viele handwerkliche Tätigkeiten erleichtern, um den Fokus auf die Vermarktung legen zu können – das ist aus meiner Sicht die richtige Zukunftsstrategie für einen modernen Weinbau-Betrieb!

Martin Hepp: Genau an diese Winzer-Generation richtet sich auch ein weiteres Angebot, das aktuell im Entstehen ist: die KlugAkademie. Dafür bauen wir gerade unser Gebäude in eine topmoderne Erlebniswelt um, in der es ab nächstem Jahr Seminare, Fachvorträge und Anwendungsschulungen für interessierte Winzerinnen und Winzer geben wird. Dieses Kompetenzzentrum soll ein Treffpunkt werden, der auch baulich die Symbiose zwischen Tradition und Moderne widerspiegelt und hoffentlich einen regen Austausch ermöglicht, um das „Kulturgut deutscher Wein“ gemeinsam erfolgreich in die Zukunft zu führen.

 

 

 

Stephan Orlemann verstärkt seit 1. Mai 2021 die Geschäftsführung der Klug GmbH und unterstützt in dieser Funktion den aktuellen Vorsitzenden der Geschäftsführung Martin Hepp. Als gelernter Winzer und studierter Önologe ist Orlemann ein Kenner der südwestdeutschen Landwirtschaft. Die RWZ-Gruppe, zu der das Unternehmen Klug gehört, ist dem 53-Jährigen bereits aus seiner langjährigen Tätigkeit als VTG-Leiter und Geschäftsführer im RWZ-Konzern während der 1990er/2000er Jahre bestens bekannt. Zu seinen künftigen Hauptaufgaben gehören der Vertrieb, die Koordination, Neuordnung sowie der Ausbau von Vertriebs- und Standortstrukturen innerhalb der RWZ.

Die Klug GmbH, ein Unternehmen der RWZ-Gruppe, ist der einzige Vollsortimenter für Kellereibedarf in Deutschland. Das Produktportfolio umfasst Weinbergsbedarf, Pflanzenschutz-, Stärkungs- und Düngemittel sowie Kellerei- und Lagertechnik/-zubehör bis hin zu Weinflaschen, Verschlüssen und Kartonagen. Außerdem vertreibt das Unternehmen hochwertige NOVOCORK-Korken, die im eigenen Haus individuell bedruckt werden können. Seit 2011 betreibt die Klug GmbH auch ein eigenes, amtlich zugelassenes Weinlabor mit modernster Analysetechnik. Mit diesem Full-Service-Angebot kann die Klug GmbH jedem Kunden individuelle und praxisorientierte Lösungen für jeden Anwendungsbereich bieten.

 

 

Martin Hepp (CEO) mit Stephan Orlemann (COO)

Martin Hepp (CEO) mit Stephan Orlemann (COO)

KLUG Fachgroßhandel für Kellereibedarf GmbH

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An den Nahewiesen 5
D-55450 Langenlonsheim / Nahe

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